Restaurant Limmathof

Wundersame Entschleunigung

Dass ein Restaurant ein Arbeitsort für Menschen mit einem Handicap sein kann, war vor 1994 in Zürich kaum denkbar. Zumindest bis die Stiftung Arbeitskette den Limmathof im Kreis 5 eröffnete. Das Restaurant lag damals noch mitten in der Drogenszene und war vor allem Magnet für sozial engagierte Gäste. «Das hat sich mittlerweile massiv verändert», sagt Alain L’Allemand von der Stiftung.

Soziale Betriebe gebe es heute viele in der Stadt. Über einen Gästemangel kann sich der Limmathof, der vor drei Jahren rundum aufgefrischt wurde, aber nicht beklagen: Das Restaurant ist beliebt, und wer einmal hier war, kommt gerne wieder. Zum einen hat der Limmathof nämlich eine wundersam entschleunigende Wirkung, was am Charme und der Herzlichkeit des Personals liegt. Zum anderen kommt hier allerlei Leckeres auf die Tische. Der Limmathof setzt auf leichte Cross-over-Küche mit einem interessanten Mix aus dem Gemüse- und Tiergarten. So findet man hier beispielsweise ganze Artischocken – eine Seltenheit in Zürich. Ausserdem wurde das Angebot kürzlich erweitert: In den kommenden Monaten stehen mehrere Eintopfgerichte auf der Karte, wie beispielsweise ein leichtes Lamm-Tajine, aber auch Hackbällchen mit marokkanischem Touch. «Weltoffen und bunt», nennt L’Allemand die Küche – so, wie das Quartier und das Publikum. Auch wenn der Limmathof mit der Zeit gegangen ist und seit 2006 auch am Abend offen hat: Soziales Engagement wird immer noch grossgeschrieben und entschleunigen lässt sich hier auf eine Weise, wie kaum wo in der Stadt.