21.Okt

«Essen bedeutet für mich Entspannung»

Angelo Gallina ist Boxtrainer, Manager, Erwachsenenbildner – ein Multitalent aus Leidenschaft. Bei all der Arbeit darf das Essen bei ihm jedoch nicht zu kurz kommen. Welchem Grundsatz er als Sportler und Trainer bei der Nahrungsaufnahme folgt und welches Gericht beim 48-Jährigen Glücksgefühle auslöst, erzählt er im Interview.

Seit 2008 trainieren Sie den besten Schweizer Boxer Arnold Gjergjaj. Sie managen Ihren Schützling, organisieren Boxkämpfe, kümmern sich um das Sponsoring, daneben arbeiten Sie als selbstständiger Erwachsenenbildner im Sozialwesen und unterrichten auch noch Sport bei diversen Institutionen. Eine Herkules-Aufgabe. Wie bekommen Sie das alles unter einen Hut, ohne dabei Ihre Energie zu verlieren? Energieverlust gibt es immer, auch beim Nichts-tun. Mit der Zeit und der Erfahrung kann man die dynamische Zeitplanung und den eigenen Energiehaushalt besser bewältigen. Das gelingt mir unterdessen recht gut.

Was sind die drei Haupteigenschaften, die Ihren Erfolg ausmachen?
Differenziertes Analysieren, Inhalte und Vorgaben hinterfragen und Neues integrieren.

Wie darf man sich Ihren Alltag vorstellen?
Früh aufstehen, arbeiten, Mittagessen, arbeiten, und unterrichten, abends weiterarbeiten.

Wann hört Ihr Arbeitstag in der Regel auf?
Meistens zwischen 21 und 22 Uhr, dann kommt noch Hausarbeit dazu.

Bei jedem Kampf Ihrer Boxer stehen Sie in der Ecke, fiebern mit, feuern an, lassen sich zu Gefühls- ausbrüchen hinreissen (Gallina schmunzelt). Was tun Sie zur Entspannung?
Unmittelbar: Beruhigen und weiterarbeiten. Mittelbar: Essen gehen, herunterfahren und genügend schlafen. Langfristig: Besser trainieren lassen.

Wie gestalten Sie Ihre freie Zeit nebst Training und Beruf?
Ich geniesse sie mit Freunden und Familie. Die verbleibenden Momente gehören dann dem Kulturprogramm.

Zählt gutes Essen für Sie auch zur Entspannung oder ist es reine Nahrungsaufnahme?
Es ist definitiv Entspannung. Ich gehe regelmässig auswärts essen und teste auch gerne neue Restaurants oder neue Menüs aus. Ich bin vielen Basler Wirten kein Unbekannter mehr.

Es scheint, als ob Sie wenig Zeit für den Haushalt haben: Kochen Sie zu Hause?
Ich koche selten, aber gerne. Irgendwann in der Zukunft werde ich sicher mehr am Herd anzutreffen sein.

Sie sind auf einer einsamen Insel gestrandet. Welches Gericht würden Sie sich nach Ihrer Rettung als erstes wünschen?
Ein Teller Pasta mit Tomatensauce, frischem Basilikum und Parmesan! Egal um welche Uhrzeit.

Worauf achten Sie besonders bei Ihrer Ernährung als Trainer?
Ich halte mich am Grundsatz fest: Einmal am Tag warm essen.

Auf welche Nahrung verzichten Sie generell?
Süssigkeiten. Und Fastfood esse ich eher selten.

Was hat es bei Ihnen immer im Kühlschrank?
Frische Milch für den Kaffee am Morgen.

Haben Sie eine Sucht?
Sucht ist ein pathologischer Ausdruck. Meine Sucht ist eher das Streben nach Ruhe, Entspannung und Harmonie.

Was heisst Genuss für Sie?
Im Zusammenhang mit Essen bedeutet Genuss für mich, wenn Glücksgefühle ausgelöst werden… so wie etwa bei einer köstlichen Pasta (lächelt).

Was ist Ihnen in einem Restaurant am wichtigsten?
Sauberkeit, Qualität und in Ruhe die Mahlzeit geniessen können.

Was mögen Sie als Gast gar nicht?
Unfreundliche Bedienung. Qualitativ schlecht zubereitetes Essen. Oder wenn die Bedienung mich von der Menükarte aussuchen lässt, um mir dann mitzuteilen, dass das Gewünschte nicht mehr vorhanden sei.

Welches sind Ihre nächsten Projekte?
Die Grossratswahlen im Herbst 2016, bei denen ich für die FDP kandidiere. Und natürlich wie immer die Planung von neuen Herausforderungen im sportlichen Bereich.