Der Traum vom Buckelwahl. Das Interview mit Kiki Mäder

Viele kennen Sie als Pipi Langstrumpf von der Zürcher Märchenbühne. Noch mehr als Teil der der Comedy-Truppe Friends der Fernsehsendung «Benissimo». Die ganze Schweiz weiss, wer Kiki Mäder ist, seit sie in «Happy Day» die Aussenmoderation macht. Im Interview mit Christa Rigozzi erzählt sie aber nicht nur von grossen Samstagabend-Sendungen. 


Liebe Kiki, wie geht es dir? 

Mir geht es sehr gut! Ich bin sehr froh, dass sich die Situation beginnt zu beruhigen. Die Event- und Kulturbranche hatte es hart erwischt. Nun geniesse ich es wieder mehr zu arbeiten und mich mit Menschen direkt austauschen zu können. Eine neue Art von Dankbarkeit. 


Wie hast du den Lockdown und die unfreiwillige Freizeit genutzt?

Diese Zeit hat mir rückblickend gutgetan. Es war der Moment für eine Standortbestimmung. Ich habe mir Gedanken gemacht, wo ich hin und was ich verändern will, was mich glücklich macht. Das war gut. 


Ich nehme an, dass sich auch das «Fernseh machen» total verändert hat?

Die Sendung «Happy Day» lebt von Menschen, von Emotionen. Wir fragten uns: Ist es möglich diese Geschichten zu erzählen, ohne dass sich Menschen nahekommen dürfen, ohne Umarmungen?». Und stellten fest: Ja, es geht! Die Krise hat ganz viel Kreativität freigesetzt, so dass wir dennoch tolle Shows machen konnten. 


Wie bist du zu «Happy Day» gekommen?

Auf ganz klassischem Weg: Ich bin zum Casting eingeladen worden. Mir war damals noch nicht bewusst, wie erfolgreich diese Sendung ist. Das war wohl ein Vorteil, so dass ich völlig unverkrampft teilnahm und einfach «mich» war.


Du bist ja ausgebildete Schauspielerin. Das hat sicher geholfen?

Auf der Theaterbühne ist es wichtig, dass man eine Rolle perfekt verkörpert. In einer Sendung wie «Happy Day» darf man aber nicht schauspielern. Da ist Authentizität gefragt. 


Dennoch hast du natürlich viele Bühnenerinnerungen. Was war dein Lieblingsstück?

Ich hatte das grosse Glück, dass ich gleich nach der Ausbildung in einer grossen Produktion von Wolfgang Rademann – er hat auch Traumschiff produziert – mitwirken konnte. Das ist natürlich ein Traum für eine Anfängerin. Dort habe ich viel gelernt. 

Bei den Theaterproduktionen habe ich sehr viel und gerne mit Erich Vock gearbeitet. Ein Highlight war sicher Pippi Langstrumpf. Eine Rolle, auf welche ich auch heute noch, elf Jahre später, angesprochen werde. 


Bei «Happy Day» begleitest Du den Innenarchitekt Andrin Schweizer bei den Renovierungsarbeiten umbaubedürftiger Wohnungen. Was erlebst du da jeweils?

Jede Geschichte und die Menschen, mit denen ich zu tun habe, gehen mir nahe. Mit vielen halte ich denn auch bis heute Kontakt. Dass wir ihnen durch Umbauten oder andere Überraschungen oftmals so etwas wie einen Neuanfang schenken können, ist jedes Mal eine wundervolle Erfahrung. Für mich persönlich sind die Erlebnisse und Begegnungen auch Mutmacher: Die meisten Menschen haben trotz der Schicksalsschläge, die sie erlebt haben, so eine Positivität und so eine wahnsinnige Lebenseinstellung, dass ich nur von ihnen lernen kann.


Du hast auf SRF1 «Jetzt oder nie – Lebe deinen Traum» moderiert. Es sind Geschichten von Menschen, die alles tun, um sich ihren Traum zu erfüllen. Was ist dein grösster Traum?

Ich habe zwei Träume: Aus beruflicher Sicht würde ich sehr gerne mal live und vor Ort die «Super Bowl Halftime Show» erleben. Es ist beeindruckend, was in dieser kurzen Zeit der Pause aufgebaut und geboten wird. Und der persönliche Traum ist, dass ich gerne mal Buckelwale in freier Wildbahn erleben möchte. Diese Tiere faszinieren mich. 


Wie sieht dein persönlicher «Happy Day» aus?

Ausschlafen, ein gutes Frühstück und einen Tag mit meiner Familie ohne feste Pläne verbringen zu dürfen. 


Was machst du von all Deinen Tätigkeiten am liebsten?

Die Mischung machts! Ich bin in der glücklichen Lage, mit diesen verschiedenen Standbeinen meine Passion in allen Facetten leben zu dürfen. 


Im Oktober 2020 hast du zusammen mit deinem Bruder Nico Flammkuchen gebacken und verkauft. Die gesamten Einnahmen flossen direkt in die Projekte von SOS-Kinderdorf. Kochst du gerne und kochst du gut?

Ja, vor allem gerne! (lacht) Ich mag die schnelle und einfache Küche, mit guten Produkten. In den letzten Monaten haben sich meine Koch-Skills sicher weiterentwickelt. Und ich backe sehr gerne mit den Kindern. 


Wie oft gehst du ins Restaurant und mit wem?

Ich gehe sehr gerne ins Restaurant, gerne auch spontan und mit der ganzen Familie. 


Welches ist dein Lieblingsgericht?

Wir machen das Interview ja hier im Co Chin Chin Bistro und da hast du wirklich einen Volltreffer gelandet. Ich liebe vietnamesisches Essen. 


Was gibt es bei dir immer im Kühlschrank?

Die Grundnahrungsmittel: guten Käse, Butter, Milch und eine Salami. 


Dein Lieblingsrestaurants in Zürich?

Das ist einfach: Bärengasse. 


Dein Lieblingsrestaurants in Basel?

Das Rhin bleu ist sehr schön: Man kann direkt am – also eigentlich sogar auf dem Wasser – essen. Und zu Tanja Grandits möchte ich gerne mal. 


Dein Lieblingsrestaurants in der Innerschweiz?

Das Old Swiss House in Luzern ist toll! Da esse ich sehr gerne ein Schnitzel. 


Was bedeutet Genuss für dich?

Ein Zusammenkommen von verschiedenen Faktoren: gutes Essen, ein feines Glas Wein, Menschen, die man liebt und schönes Ambiente. 


Welche Kriterien sind für dich beim Besuch eines Restaurants ausschlaggebend

Für mich ist die Atmosphäre wichtig. Ich möchte die Liebe zur Küche und zu den Gästen spüren. 


Welche Dinge magst du als Gast in einem Restaurant gar nicht?

Ich mag es nicht, wenn es sehr laut ist und man sich kaum unterhalten kann. Und wenn der Service lieblos ist. 



Welches Buch liegt grad auf deinem Nachttisch?

Ich lese zurzeit weniger Romane dafür mehr Sachbücher. Im Moment eines über Präsentations-Techniken. 


Welches ist dein Lieblings-Schriftsteller/ Autor?

Martin Suter gefällt mir sehr. Wenn wir gerade beim Essen sind: Das Buch «Der Koch» hat mir sehr gefallen!


Welche Vorbilder hast du?

Es gibt viel Menschen, die mich durch ihre Taten, Worte oder Eigenschaften faszinieren und motivieren. Mery Streep als Schauspielerin, Oprah Winfrey für ihren Weg als Moderatorin und Unternehmerin. Grossartig finde ich auch all die jungen, aufstrebenden Frauen, die heute als Vorbilder agieren: so z.B: Sunnie Groenefeld, Tijen Onaran oder Yael Meier, um nur drei zu nennen. 


Deine wichtigste Erkenntnis?

Nichts ist selbstverständlich. 


Welchen Film hast du zuletzt gesehen?

«Und morgen seid ihr tot» von Michael Steiner. 


Was für Musik hörst du gerade?

Ich höre sehr viel und habe einen sehr breiten Geschmack, von Elektro bis Klassisch. 


Welche CD würdest du auf die einsame Insel mitnehmen?

Was für eine Frage! Auf einer einsamen Insel würde brasilianischer Bossa Nova passen. 


Mit wem würdest du gerne einmal zusammen essen?

Mit Ophra Winfrey.  


Auto oder Zug?

Ich brauche ein Auto, fahre aber wenn möglich auch gerne Zug. 


Wein oder Bier?

Beides. 


Pasta oder Sushi?

Beides. 


Winter oder Sommer?

Sommer.


Berge oder Meer?

Meer.


Wann hast du zuletzt geweint?

Wahrscheinlich bei der letzten «Happy Day»-Sendung.


Wer bringt dich zum Lachen?

Meine Kinder, meine Familie. 


Welches Tier wärst du am liebsten?

Ein Buckelwal 


Wovon träumst du?

Von ganz Vielem ... 


Was macht dich happy?

Meine Familie 



Kiki Maeder wurde in Basel geboren und wuchs in Zürich auf, wo sie ab 2001 die Schauspielschule absolvierte. Erstmals einem grösseren TV-Publikum bekannt wurde sie ab 2008 als Teil der Comedy-Truppe Friends der Fernsehsendung «Benissimo». Daneben war Maeder auch in Bühnenproduktionen wie «Die kleine Niederdorfoper» oder als Pippi Langstrumpf auf der Zürcher Märchenbühne zu sehen. Seit 2013 ist Maeder Aussenmoderatorin der SRF-Sendung «Happy Day» und gründete im selben Jahr mit Ihrem Mann Mark Strähl eine Event- und Kommunikationsagentur. Mit ihm und den gemeinsamen Kindern Ava und Jack lebt Maeder in Küsnacht.


Das nächste Mal «Happy Day» mit Röbi Koller und Kiki Maeder gibt es am 23 .Oktober 2021. 


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